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Aktuelles

Ungewöhnlicher Muttertags-Blumengruß aus der Kita

Liebfrauen in Büren lässt Eltern und Kinder in Corona nicht allein / Infos und Lernvorlagen

Einen bunten Gruß zum Muttertag. Gedicht, Ausmalvorlage sowie Samentüte brachten die Erzieherinnen zu den Familien. Im Bild Lea Chwirot und Hannelore Schütte aus der Eulengruppe mit Kita-Leitung Aloysia Hüwel.

Bunte Bänder am Zaun, einlaminierte Sprüche sowie die Steinschlange zeugen von dem regen Kontakt zwischen Kita und Kindern. Erzieherin Lea Chwirot und Kita-Leitung Aloysia Hüwel (von links) bestaunen die kunstfertige Steinschlange, im Hintergrund Erzieherin Hannelore Schütte.

Büren. Corona ist rot, hat keine Augen und macht ständig Ärger. Das ist, zusammengefasst, die Meinung der Jungen und Mädchen aus der Kita Liebfrauen in Büren. Zumindest haben sie das auf Zettel geschrieben, die seit einigen Tagen am Gartenzaun der Kita in der Hüttemannstraße hängen. Aufgefordert haben sie dazu Kita-Leitung Aloysia Hüwel und ihr Team. Mit den nun einlaminierten nach außen sichtbaren Aussagen am Zaun der Einrichtung setzt die Kita ein Zeichen. Sie macht damit und auch anderen Aktionen deutlich, dass in den vergangenen Wochen zwar wenige Kinder in der Hüttemannstraße betreut wurden. Gleichzeitig gab es aber einen regen Kontakt untereinander. Neben den Nachrichtengruppen hat es immer wieder auch auf die nötige Distanz Kontakte gegeben.

Gerade in diesen Tagen merken das die rund 60 Familien, deren Kinder in Liebfrauen betreut werden. Denn sie alle haben vor dem Wochenende Besuch erhalten von Aloysia Hüwel, den Erzieherinnen und einigen Kindern. Die hatten sich mit einer Überraschung mit Muttertagsgruß auf den Weg gemacht und überall in der Umgebung angeklingelt, um diese Post auf Distanz abzugeben. In dem nett gestalteten Brief waren auch Malvorlagen, ein Muttertagsgedicht und Sonnenblumenkerne. Die können die Kinder nun zuhause einpflanzen und dem Wachsen zuschauen. Später, wenn sie wieder selbst alle in die Kita gehen, können sie sich über ihre Blumen austauschen. Der Briefgruß war nicht die erste Nachricht, die auf diesem Wege den Kontakt zwischen Kita und Eltern hergestellt hat. Bereits zu Ostern hatten die Erzieherinnen einen Ostergruß für alle fertig gemacht. Mitsamt eines Schoko-Glückskäfers für die Kinder wurde auch diese Post persönlich in die Briefkästen gesteckt. „So konnte man sich dort wenigstens Hallo zurufen und kurz winken“, begründet Aloysia Hüwel den Hintergrund. Denn sie hat in den vergangenen Wochen öfter mitbekommen, dass die Kinder Sehnsucht nach der Kita haben. Ihnen fehlen die Kontakte mit den anderen Kindern, das Spielen miteinander und auch die Abläufe im Kindergarten. 

Um die Sehnsuchtszeit zu überbrücken, hat sich das Team des Katholischen Kindergartens für seine drei Gruppen aber einiges einfallen lassen. Noch direkt vor dem Ausbruch der Quarantäne wurden Nachrichtengruppen gebildet, alle Eltern konnten ihre Mobilnummer eintragen und werden seitdem von Kita-Leitung Hüwel über alle Erlasse und Empfehlungen für Familien mit Kindern und über Infos zum Betreuungsanspruch für Schlüsselpersonen informiert. Auch die Erzieherinnen stehen so im Kontakt mit den Familien. Gut unterrichtet wurde die Kita dabei von ihrem Träger, der Katholischen Kindertageseinrichtungen Hochstift gem. GmbH.

Vor Ostern gab es dann die erste größere inhaltliche Aktion. Über ein Plakat hatte die Einrichtung die im vergangenen Jahr nachgestellten Stationen der Leidensgeschichte Jesu dokumentiert und den Eltern das über Nachrichtenkanal mit den Geschichten zu den einzelnen Tagen zugeschickt. So konnten sie das zuhause nacherzählen. In Zusammenarbeit mit der Tagespflege der Caritas, die auch das Plakat der Karwoche bekommen hatte, wurden die Kinder aufgefordert, Frühlings- und Osterbilder zu malen und in den Briefkasten der Kita zu werfen. Allein 20 Kinderbilder wurden so an die Tagespflege weitergegeben und erfreuten die Senioren.

Mit den Kindern der Notgruppe vor Ostern hat das Team der Kita dann Steine bemalt und in ein Körbchen am Zaun gelegt. Alle Kinder wurden aufgefordert, sich dort gerne zu bedienen. Jeden Morgen war das Körbchen leer, so fanden 50 bunt bemalte Steine ihren Weg aus der Hüttemannstraße in die einzelnen Familien. Im Gegenzug kam zum 1. Mai einiges zurück. Statt eines Maibaums konnten die Kinder mit bunten Bändern den Zaun der Kita schmücken, was sie eifrig getan haben. Ebenso haben sie mitgeholfen, auf der Umrandungsmauer eine große Steinschlange zu legen. Den Kopf hatte das Kita-Team gefertigt, mit buntgemalten Steinen konnten die Kinder die Schlange weiterbauen. Neben diesem Kunstwerk und den bunten Bändern ist mit den einlaminierten Bildern zu Corona nun ein buntes Bild entstanden.

Der rege Kontakt zwischen Eltern und Kindern macht allen Seiten viel Freude. Denn die Kinder vermissen die Einrichtung trotz intensiver Zeit zuhause. „Wir kochen jetzt wieder jeden Tag und sitzen immer zusammen am Tisch“, hat Kita-Leitung Hüwel aus Familien über die neue Gemeinsamkeit gehört. Doch auch wenn es in Büren vielen Familien mit eigenem Garten nicht am Auslauf für die Kinderspiele mangele. Das Miteinander in der Kita bleibe für alle das Ziel. Bis es wieder richtig losgeht, hält Aloysia Hüwel die Beziehungen in Gang. Damit deutlich wird, dass die Jungen und Mädchen von ihrer Kita nicht vergessen werden.

Text/Fotos: Christian Schlichter

Schwerpunktthema: Eingewöhnung und Trennung

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